“Die Konstante im Arbeitsalltag sind vor allem die Personen”

Aktualisiert: Aug 10

Über 10 Jahre ist es her, dass campus-Alumnus Carlo Teichmann in unserem Verein mitgewirkt hat – damals über 5 Jahre hinweg. In gewissem Maße hat er mit dazu beigetragen, dass Mitarbeit in einer studentischen Initiative heute zentral anerkannt wird.


Denn damals war das noch nicht so selbstverständlich: Zur Zeit der Einführung von Studiengebühren hat Carlo als Vereins- und zeitweise Vorstandsmitglied für die Anerkennung der Initiative und der Mitarbeit gekämpft.

Bis heute nimmt er von der gesamten Zeit im Verein viel mit: Tolle, noch bestehende Kontakte, viele Erinnerungen, Praxiserfahrung und die Chance, sich auszuprobieren. „Als wir die Messe, den Careers Day PR, erfolgreich über die Bühne gebracht hatten, wurden wahnsinnige Endorphine bei uns ausgeschüttet. Wenn ich an campus denke, denke ich an Teamspirit!


Der erste Job durch campus-Kontakte


Wie ging es nach dem Studium für Carlo weiter? Statt nach dem Magister zahlreiche Bewerbungen zu schreiben, verlief Carlos Jobeinstieg bereits parallel zum Studienabschluss. Auf der campus-Messe lernte er durch eine Podiumsdiskussion seinen Chef in spe kennen. Carlo hatte auf der Veranstaltung mehr Fragen, als es Zeit dafür gab. So blieben die beiden in Kontakt und es folgte eine Einladung ins Düsseldorfer Büro für den weiteren Austausch. Der Kontakt intensivierte sich. Auf einer Zugfahrt zurück von Düsseldorf nach Münster – damals wie heute mit instabilem Handyempfang - erhielt Carlo telefonisch ein Vertragsangebot. Die Chemie stimmte und er begann noch während des letzten Studiensemesters in der Düsseldorfer Agentur Hering Schuppener zu arbeiten. Carlo sagt: „Ich war zur richtigen Zeit am richtigen Ort, mit den richtigen Qualifikationen“.


Die Mischung macht’s: Skillset, Toolset, Mindset


Auch wenn nicht bei jedem der Jobeinstieg so reibungslos verläuft, zeigt dieser Fall: In der PR- und Kommunikationsbranche geht es viel um Kontakte, gemeinsame Wellenlängen und letztlich Sympathie. Carlo zeigt uns im Interview auf, dass ein klassisches Bewerbungsverfahren sowohl für Arbeitgeber*innen als auch Arbeitnehmer*innen meist zeitintensiver und vor allem mühsamer ist, als durch Netzwerke zum passenden Job bzw. den*die geeignete*n Mitarbeiter*in zu finden. Neben fachlicher Qualifikation ist ein entscheidender Punkt, inwiefern der*die neue Mitarbeiter*in einen Beitrag zum Unternehmenserfolg leisten kann. Arbeitgeber*innen interessiert die passende Kombination mehrerer Komponenten bei Mitarbeiter*innen: Das Skillset, Toolset sowie das passende Mindset. Besonders letzteres gewinnt zunehmend an Bedeutung.


Student*innen empfiehlt Carlo, sich früh ein Netzwerk aufzubauen und mit Leuten in Kontakt zu treten – ohne Hemmschwelle. Weg vom klassischen Bewerbungsgedanken, sollte man sich lieber informieren, welche Unternehmen fachlich und inhaltlich interessant sind und wo man sich auch kulturell wohlfühlen würde. Hat vielleicht ein campus-Alumni schon dort gearbeitet? Nachfragen und sich austauschen lohnt sich!


Jobwechsel: Raus aus der Komfortzone


Wer einen Blick auf Carlos Lebenslauf wirft, erkennt, dass er regelmäßig neue Positionen angetreten hat: Von strategischer Beratung über Verbandsarbeit und Kommunikationsagentur hin zur Unternehmenskommunikation. Für Carlo persönlich ist es wichtig, zu überdenken, inwiefern eine Position einem dabei etwas Neues bieten kann. Dabei ist es weniger relevant, ob man 10 Jahre im gleichen Unternehmen arbeitet oder hierzu den Arbeitgeber wechselt. Die Anzahl an Jahren Berufserfahrung ist dabei eher nebensächlich. Sollen neue Herausforderungen gemeistert werden, geht es häufig raus aus der individuellen Komfortzone. Dabei ist Flexibilität gefragt, um dazuzulernen und wachsen zu können.


Kommunikation, PR, Marketing – Trennung notwendig?


Carlos berufliche Stationen gehen mit verschiedenen Jobtiteln einher. Hier spricht Carlo ein interessantes Thema an: Man sollte den Beruf nicht an Begriffen oder Jobtiteln festmachen, sondern vor allem daran, was dahintersteckt. Für Carlo sind etwa PR und Marketing nicht voneinander zu trennen und allein zu betrachten – anders als vielleicht im Studium vermittelt wird. Er ergänzt: „Letzten Endes weiß ohnehin keiner mehr: Ist das jetzt Kommunikation, PR oder Marketing? Warum soll man es dann komplizierter machen, als es ist?“ Viel wichtiger ist, was die tatsächlichen Aufgabenbereiche beinhalten. Und die scheinen immer stärker ineinander überzugehen. Momentan arbeitet Carlo offiziell als Marketing-Fachleiter und doch landen im Endeffekt alle kommunikativen Angelegenheiten auf seinem Tisch: von Medienarbeit über interne Kommunikation hin zu Social Media, Online-Marketing und strategischen Marketingprojekten. „Kommunikation ist alles und nichts – deswegen halte ich nichts von starr definierten Aufgabenbereichen“, so Carlo.


„Im Zweifel arbeitet man besser, wenn man nicht vor Ort im Büro ist“


Die Antwort auf die alltäglichen Aufgaben fällt nicht eindeutig aus. Interessant finden wir in diesem Kontext die Antwort von Carlo zu seinem typischen Arbeitsalltag: „Die Konstante in meinem Arbeitsalltag sind vor allem die Personen, mit denen ich in Projekten zusammenarbeite“. Aus der Zusammenarbeit im (kleinen) Team und strategischen Entscheidungen entwickeln sich die Aufgabenfelder. Carlo arbeitet aktuell hybrid sowohl im Büro bei seinem Arbeitgeber HYBETA als auch von zu Hause aus. Für ihn ist es im Grunde egal, von wo aus man arbeitet, schließlich hängt Leistung im Job nicht direkt mit Präsenz im Büro zusammen. Man kann auch digital effizient arbeiten, egal wann und wo. „Mir geht es nicht um die Arbeitszeit vor Ort, sondern um das Ergebnis unterm Strich“, so Carlo.


Luisa Hegner