"Traut euch an die Daten!"

Aktualisiert: Aug 11

campus x Alumnis geht in die dritte Runde! Dieses Mal hat Manuel Wecker (Global Account Manager | Director bei UNICEPTA) mit uns über seine Zeit bei campus relations gesprochen und spannende Einblicke in eine Branche gegeben, die wir bisher noch gar nicht auf dem Schirm hatten: Big & Smart Data.

Throwback zu campus relations

Bevor Manuel sein Studium der Kommunikationswissenschaft begann, machte er eine Ausbildung als Mediengestalter/Webdesigner und sammelte direkt zu Anfang seiner Karriere Berufserfahrung im datengetriebenen Performance Marketing.

Seinen Bachelor absolvierte Manuel dann im schönen Münster und wurde dort auf campus relations aufmerksam. Er begleitete als aktives Mitglied zunächst spannende Projekte, u.a. eine Medien-Resonanz-Analyse bei buch.de, Entwicklung von nachhaltigen Kampagnenideen für Gruenspar.de und ein Konzept fürs Stadtmarketing Münster.


2010 wurde er dann zum Vorstandsmitglied gewählt und kümmerte sich fortan um die Kommunikation, das Vereinsmanagement und die Vereins-Website.

Was ihm aus seiner Zeit bei campus besonders im Gedächtnis geblieben ist? Die Jubiläumsfeier! Wie er verrät, eigentlich ein Jahr zu spät, aber dafür gebührend gefeiert wurde das 15. Jubiläum von campus im Szene-Café fyal am Dom. Zeitgleich mit der Feier stand auch ein WM-Fußballspiel der deutschen Elf an. Und Deutschland verlor. “Da gingen alle etwas bedröppelt nach Hause”, erinnert sich Manuel, selbst kein großer Fußballfan.


Seine Bachelor-Zeit über blieb Manuel bei campus aktiv und nahm in dieser Zeit viele neue Erfahrungen mit. Welchen Wert hat die Arbeit in einer Studierendeninitiative für ihn?

  • Die Praxiserfahrung neben der Theorie des Studiums.

  • Die Chance, Kommunikationsarbeit (in einem geschützten Rahmen) auszuprobieren.

  • Reale Kunden-Projekte umzusetzen.

  • Kennenlernen von und Teamarbeit mit anderen Kommiliton:innen.


Für den Masterstudiengang Communication Management zog es Manuel nach Leipzig, wo er sich der Studierendeninitiative LPRS e. V. anschloss.

Wir haben ihn gefragt: Inwieweit hast du damals schon ein Netzwerk der verschiedenen PR-Studierendeninitiativen wahrgenommen?

„Tatsächlich war auch das ein Thema, das mich mit begleitet hat. [...] Mir war schnell klar: So ein Netzwerk macht Sinn!“. Heute sind viele PR-Studierendeninitiativen in ganz Deutschland im Netzwerk #YoungPRPros verbunden, doch damals stand die Vernetzung der Studierendeninitiativen noch am Anfang. “Wir haben da die ersten Schritte unternommen [...] haben campus zum Forum nach Leipzig eingeladen. Und waren die ersten Testnutzer auf dem Newsroom des PR Career Centers.” Ziel war es: das Konkurrenzdenken zu überwinden und den gegenseitigen Austausch zu fördern.


Berufsstart ohne Bewerbung


Während des Studiums arbeitete Manuel weiterhin in der Agentur, in der er seine Ausbildung absolviert hatte. Der Berufsstart begann für Manuel durch sein Netzwerk und ohne eine Bewerbung. Ein Kommilitone erzählte ihm von einer Agentur, die er bis dato gar nicht auf dem Schirm hatte. Auf einer DPRG-Veranstaltung lief er seinem zukünftigen Chef dann direkt vor die Füße und ließ sich überzeugen – und überzeugte umgekehrt. Auch wenn er keine Bewerbung schreiben musste, hat Manuel zwei wichtige Tipps für den Berufsstart:

  • “Tauscht euch aus! Wir haben den Vorteil, dass unsere Branche klein und transparent ist.”

  • „Traut euch uns Alumni anzusprechen! Wir sind seit Jahren in der Branche tätig und können von verschiedenen Erfahrungen und Arbeitgeber:innen berichten.“

Was macht ein Global Account Manager bei UNICEPTA eigentlich?


„Am Ende des Tages bin ich mir als Agenturtyp treu geblieben, auch in meiner heutigen Berater-Rolle”. Nach seiner Tätigkeit bei der Kommunikationsagentur JP|KOM in Düsseldorf, ist Manuel inzwischen bei UNICEPTA als Global Account Manager tätig. UNICEPTA ist ein Full-Service-Dienstleister, der auf Media und Marketing Intelligence-Lösungen spezialisiert ist. Hier entwickelt Manuel gemeinsam mit den Expertenteams die Services und Produkte für seine Kund*innen weiter.


Sein typischer Arbeitstag besteht darin, den Kontakt mit Neu- und Bestandskund*innen zu suchen. Dabei bearbeitet Manuel Anfragen zu Reputationsanalysen, Monitorings für Krisenfälle oder auch Marketing-Kampagnen. Bei dieser wird dann beispielsweise ausgewertet, welchen Impact die Kampagne erzielt hat, welche Kanäle am reichweitenstärksten oder welche Influencer am sichtbarsten waren.

Seine Aufgabe ist es, das beste Team- und Tool-Setup für den Kunden oder die Kundin zusammenzustellen. Die Spezialist*innen für Anfragen wie Reputationsanalysen, klassische Medienresonanzanalysen, Content Planning oder das Kampagnen Assessment findet er im Analytics & Insights-Team. Klassische Anfragen zu einem Medienspiegel, zum Issues Management, oder Krisenfall brieft er wiederum im Team Media-Monitoring ein.

„Vor dem Auftrag gehört dann auch ein wenig Papierkram zum Arbeitsalltag“: etwa Angebote, Ausschreibungs-Formulare, Rückfragen zum Datenschutz und Auftragsdatenverarbeitungsverträge.


Wir haben gefragt: Was gefällt dir an deinem Job?

“Die Chance mit dem Kunden inhaltlich wirklich einsteigen zu können und die Bedarfe des Kunden richtig zu verstehen: Wir versetzen unsere Auftraggeber in die Lage, auf Basis von Daten bessere Entscheidungen zu treffen.” Entgegen dem/der typischen KoWi-Studierenden hatte er nie Angst vor den Zahlen (auch ohne selbst im Mathematik Leistungskurs gesessen zu haben). Hilfreich war für ihn hier die Berufserfahrung im Kennzahlen getriebenen Online-Marketing.


Neue Branchen & Trends entdecken


Manuels Job ist definitiv nicht das Erste, woran wir als angehende Berufseinsteiger*innen denken. Umso spannender ist es, diese Branche kennenzulernen. Was muss man also mitbringen? Manuel hat dazu einen wichtigen Punkt angesprochen: Beschäftigt euch mit Daten und legt eure eventuelle Zahlenabneigung ab. „Daten bieten für uns Kommunikatoren eine Riesenchance Themen zu setzen oder auf der Nachrichtenagenda zu surfen und nicht zuletzt die Kommunikation zu optimieren.“


Schon im Studium könnt ihr euch mit der Digitalisierung der Kommunikationsbranche auseinandersetzen, Programmieren lernen, über Datentools informieren oder die Anforderungen reflektieren (siehe „Digital-Fitness“-Studie von PRCC & LautenbachSass oder European Communication Monitor von Prof. Zerfaß et al.).


Das Wichtige dabei: Daten nicht nur als Hebel zu verstehen, um Kommunikation im Nachhinein zu bewerten, sondern als Chance zu begreifen, um Kommunikation nach vorne zu planen und zu gestalten. Machine Learning könnte später in Teilen die Redaktionsarbeit unterstützen: die Software dafür zu kennen und zu verstehen, könnte künftig ein wichtige Fähigkeit sein. Abschließend sagt Manuel: „UNICEPTA arbeitet state of the Art und analysiert Daten am Start und Endpunkt der Verwertungskette. So können wir gemeinsam mit und für unsere Kunden ihre Kommunikation erfolgreicher machen.“


Last but not least


2014 hat Manuel gemeinsam mit Karolin Hewelt den #30u30-Wettbewerb erfolgreich bestritten. „Mit Karolin hatte ich eine erfahrene Konzepterin an meiner Seite, gemeinsam waren wir ein tolles Team, weil wir uns gegenseitig ergänzt haben.”

Dabei bearbeiteten sie ein wichtiges Thema: das Employer Branding für die Agenturbranche. Beide arbeiteten in einer Agentur: das Thema war ihnen ein persönliches Anliegen, das sie unter dem Claim „We love Stories“ umgesetzt haben.


Zudem haben derartige Wettbewerbe für Manuel einen ganz praktischen Mehrwert. Selbst ein PR-Konzept zu schreiben, mit Herzblut zu schleifen, bringt nicht nur viel Spaß, sondern übt die eigene Kreativität: „Am Ende des Tages kann man nicht genau festmachen, wo der kreative Funke übergesprungen ist: ob morgens beim Zähne putzen oder abends bei der letzten Buchseite.” Zudem weckt der Wettbewerb natürlich auch die eigene Motivation.


Wir bedanken uns bei Manuel Wecker für diese unglaublich vielfältigen Einblicke in eine Branche, die mit Sicherheit nur wenige von uns bisher auf dem Schirm hatten.

Also liebe Leute: Traut euch an die Daten!


Helena Dethlefs